Gericht
Gericht
Lui betrat die Lieblingsfalle in Begleitung von Jasmin, die sein Schatten war, wenn er das Haus verließ und nicht in meiner Nähe war. Er trat mit ihr in den Aufenthaltsraum und musste ein paar Minuten warten, ehe ich meinen Gast hinausgeführt hatte und ebenfalls in den Raum trat. Ich begrüßte Jasmin und wandte mich Lui zu. „Was macht mein Spezialauftrag?“ Lui grinste: „Freya geht es gut, es scheint ihr bei Lena zu gefallen.“ Ich knurrte: „Das war nicht, was ich von Dir hören wollte!“ Ich sah Jasmin an. „Er hat recht. Nur die Blicke von den Leuten, die sie nicht kennen, sind etwas ungewöhnlich. „In wie fern?“ „Freya kommt meist im T-Shirt ins Gericht und kĺeidete sich dort um. Bis vor das Gericht trägt sie tatsächlich Handschellen.“ „So war es vereinbart, ja.“ „Im Gebäude werden ihr die Ketten abgenommen.“ „Auch das ist richtig.“, ergänzte ich. „Ich habe mir sagen lassen, dass der Blick der Beamten etwas irritiert wirkte, aber mittlerweile scheinen sie sich daran gewöhnt zu haben." Ich musste grinsen, denn es war nicht alltäglich, dass eine Rechtsanwältin in Handschellen das Landgericht betrat. „Wie war ihre Verhandlung?“ Jasmin blickte zu Lui. Der biss sich auf die Lippen, woraufhin ich ihm einen Schlag auf die Schulter gab. „Sie hat sich gut geschlagen.“ Er verzog leicht schmerzerfüllt das Gesicht. „Und?“ Lui hob die Hände. „Von der Juristerei versteh ich nix, da musst Du sie selbst fragen.“ Der Narr bekam einen Hieb von mir. „Das geht ja nicht, denn dann würde ich ihr ja nachlaufen.“ Lui verdrehte die Augen. „Aha, darum schickt die gnädige Herrin den Narren.“ Ich gab ihm eine Ohrfeige. „Jasmin, ich habe doch nicht Lui geschickt, ich habe nur gesagt, Du sollst mal ein Auge auf Freya halten, oder?“ Jasmin warf Lui einen kurzen Blick zu. „Genau so ist es.“ Lui zuckte, als sie ausgesprochen hatte, als erwartete er, ich würde reagieren. Nein, mein Narr, so einfach werde ich es Dir nicht machen. „Ihr werdet weiter regelmäßig bei ihr vorbeischauen und mir Bericht erstatten.“
Der Narr grinste mich an: „Und unter was soll ich die Kosten dafür verbuchen?“ Ich zuckte die Schultern. „Nimm doch das 5 x 8er Konto.“, schlug Jasmin vor, worauf ich sie irritiert anschaute. „Hä?“ Lui grinste über die Idee: „Über das Konto 88 8 88 hat Nick Leeson 1,3 Milliarden Dollar verzockt, mehr als die ganze Barings Bank wert war.“
Ich griff den Narren am Kragen und zog ihn zu mir heran. „Ich werde doch nicht meine Firma ruinieren, weil Du so viele Kosten verursachst. Mir scheint, der Narr braucht Aufmerksamkeit und wir werden das im Vier-Augen-Prinzip durchführen.“ Für Jasmin war das ein Wink. Sie verließ den Raum. Ich griff nach dem Rohrstock, um den Narren für die Behauptung zu bestrafen, meine Sorge um meine ehemalige Sklavin würde meine Firma gefährden.
kleine Info: Die Barings Bank galt als exklusiv, konservativ und hochangesehen. Zu ihren Kunden gehörte unter anderem das britische Königshaus (Königin Elisabeth II.). Sie finanzierte historisch Großprojekte wie den Louisiana Purchase der USA im Jahr 1803. Nick Leeson verzockte etwa die dreifache Summe des Wertes der Bank, etwa 800 Millionen Pfund. Sie wurde schließlich für ein Pfund verkauft. Mich in diese Nähe zu rücken, oh Lui, dass würde schmerzhaft werden.

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